Willkommen

Im Jahre 2018 musste die Auflösung des Heimatkreis Deutsch Krone e.V. beschlossen werden, da die Altersstruktur der Mitglieder dies dringend nahelegte. Das Erbe des gemeinnützigen Vereins wird aber von der Gemeinde Bad Essen weitergeführt. Das Ziel, die Versöhnung zu erreichen zwischen den Menschen, denen heute Heimat geworden ist, was viele Jahre denen Heimat war, die am Ende des Zweiten Weltkrieges von dort geflüchtet sind oder von dort vertrieben wurden, ist dennoch geblieben. Deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa ist und bleibt ein wichtiges Thema auch für die Menschen, die heute dort leben. Und die junge Generation ist daran interessiert, zu erfahren, was vor 1945 bei ihnen los war. Das ist eine große Chance, die deutsche Geschichte als Kulturerbe mit Brückenfunktion zu begreifen.

So sollen auch in Zukunft diese Seiten helfen, die Erinnerung an den zweitgrößten preußischen Landkreis, seine früheren Bewohner und deren Kultur, ihren Fleiß und ihre große Heimatliebe fern aller revanchistischen Parolen wachzuhalten und an die Landschaft, an die Städte und Dörfer, deren Geschichte und an die Menschen erinnert werden, die dieses Land vor Jahrhunderten in mühevoller Arbeit und nie erlahmendem Fleiß kultiviert und bis zu Flucht und Vertreibung als ihre schöne, unvergessene Heimat bewohnt hatten.

Letzte Einsendungen:
  • In der Zeit vom 5. – 11. September 2019 nahm ich zum wiederholten Male teil an einer Fahrt in die „Alte Heimat“. Die alte Heimat ist Schrotz-Abbau in Kreis Deutsch Krone. Meinen Eltern gehörte dort eine Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt Saatkartoffel-Vermehrung. Veranstalter war das Heimatwerk der Katholiken aus der Freien Prälatur Schneidemühl mit Sitz in Fulda. Die Fahrt startete am Donnerstag, 5.09.2019, ab Köln. Über weitere Zusteige-Orte fuhren wir an Berlin vorbei nach Frankfurt/Oder. Von dort erreichten wir Schneidemühl / Pila mit dem Hotel „Gromada“. Der nächste Tag, 6.09.2019, stand direkt zur freien Verfügung der Teilnehmer. Jeder unternahm individuell Fahrten zu seinem ganz besonderen Heimatort oder suchte in Schneidemühl Straßen und Wohnungen seiner früheren Heimat auf. Ich fuhr mit dem Taxi bis zum ehemaligen Gut Ulrichsfelde / Pluty in Schrotz. Der Hof meiner Eltern war nebenan. Da die Gebäude weithin verschwunden sind, streifte ich bei sonnigem Wetter über das Hofgelände und die Äcker. Vor Ort hatte sich nichts verändert. Nur der kleine Bruch unterhalb der ehemaligen Deputatshäuser war entschlammt worden und vermutlich für Angler vorbereitet. Als Kinder sind wir gern mit dem Schlitten den kleinen Hang bis auf dem zugefrorenen Teich hinuntergefahren. In der Erinnerung war es ein riesiger Hang, obwohl der Höhenunterschied nur 2 – 3 Meter beträgt. Auf altem Weg marschierte ich in Richtung des Dorfes Schrotz. Dort besuchte ich den am Wege liegenden Friedhof. Der Friedhof wächst mit vielen Gräbern polnischer Einwohner. Dabei verkleinert sich der Teil, der einmal von den Deutschen belegt war. Aus deutscher Zeit ist kaum etwas vorhanden. Unter teilweise wildem Bewuchs erkennt man noch einige Grabränder. Alles übrige ist verschwunden. Die Perle von Schrotz ist die schöne Kirche St. Maria Himmelfahrt und das neu entstandene umfangreiche Pilgerzentrum mit Pfarrhaus, Gästezimmern, Speisesaal, Shop und Kapellen. Die mehr als dreihundert Jahre alte Wallfahrtskirche im italienischen Jesuiten-Barock ist ein Schmuckstück. Es wurde in den vergangenen Jahren einschließlich der Orgel gründlich renoviert. Das Ziel der zahlreichen Wallfahrer ist der Besuch des Schrotzer Gnadenbildes. Seit dem 16. Jahrhundert wird die Pieta von Deutschen und von Polen verehrt. Das Schrotzer Gnadenbild im Hochaltar Für Großveranstaltungen ist hinter der Kirche ein Außen-Altar aufgestellt. Wege führen mit einem Kreuzweg bzw. Rosenkranz-Stelen zum Gipfel mit einem großen Kreuz. Unter dem Kreuz wurde eine Quelle erschlossen. In sieben Strömen schlängelt sich Wasser zu einer Sammelstelle, die das Wasser in einen nahegelegenen Bruch leitet. Kapelle zur Erinnerung an die Freie Prälatur Schneidemühl Mein Interesse galt jedoch der Kapelle links vom Gipfelkreuz. Mit Hilfe des Heimatwerks wurde sie zur Erinnerung an die ehemalige Freie Prälatur Schneidemühl erbaut und 2017 eingeweiht. Ich meine, dass die Kapelle gelungen ist und einen guten Eindruck hinterlässt. Das Bauwerk ist in etwa der Schrotzer Wallfahrtskirche nachempfunden. Der Innenraum enthält den Altar, ein großes Wandkreuz, sowie Bilder der Patrone, Johannes der Täufer, und Johannes, der Evangelist. Gedenktafeln weisen auf die Oberhirten der Freien Prälatur der Vor- und Nachkriegszeit hin. Weiterhin nennt eine Tafel deutsche und polnischer Spender zum Aufbau der Kapelle. Letztlich beschreibt ein Aushang in Deutsch und Polnisch die Geschichte der Freien Prälatur. Der Raum bietet auch noch Platz zum Aufstellen einiger Sitzgelegenheiten. Die Kapelle ist mit einer Tür und einem Gitter davor verschlossen. Wer die Kapelle besichtigen möchte, kann den Schlüssel im Schrotzer Pfarrbüro abholen. Abschließend noch eine kleine Episode. Für die Rückkehr nach Schneidemühl / Pila hatte ich das Taxi nachmittags vor die Kirche bestellt. Gerade als ich dort meinen Besuch beenden wollte, erschien kurz vor der vereinbarten Zeit ein Taxi und die Fahrerin war gerne bereit, mich nach Schneidemühl zu bringen. Am nächsten Tag gab es eine Beschwerde im Hotel Gromada, dass eine Person für Schrotz / Skrzatusz ein Taxi bestellt habe und nicht erschienen sei. Hier haben wohl die Gelegenheit und Verständigungsschwierigkeiten dem beauftragten Taxifahrer Ärger bereitet. Reisegruppe vor der Schrotzer Kirche Reisegruppe vor der Schrotzer Kirche Der nachfolgende Sonntag, 7.09.2019, war unser offizieller Besuchstag in Schrotz / Skrzatusz. In der Kirche hatten wir eine hl. Messe mit unserem Geistlichen, Herrn Pfarrer Bernhard Klatt, und einem örtlichen Geistlichen. Danach gab es im Pilgerzentrum ein Mittagessen für alle Besucher. Ehe wir die Kapelle aufsuchen konnten, waren wir noch zu einem Konzert in die Kirche eingeladen. Danach zogen wir in Prozession den Kreuzberg hinauf zu unserer Kapelle. Es war ein bewegendes Geschehen als wir dort eine kleine Andacht halten konnten. Den Altar schmückt jetzt eine Marien-Ikone mit dem Jesuskind. Mögen noch oft ehemalige Bewohner der Freien Prälatur und ihre Nachkommen das Haus besuchen und Gott um Frieden bitten. Der Schrotzer Besuch endete mit einem Kaffeetrinken im neuen Pilgerzentrum. Der nächste Tag war Sonntag, 8.09.2019. In Schneidemühl fand ein internationaler Halb-Marathon statt. Da die Straßen der Stadt weitgehend gesperrt wurden, mussten wir uns früh auf den Weg nach Tütz machen. Wegen der frühen Zeit besuchten wir zuerst auf dem Tützer Friedhof das Grab des ersten Oberhirten der späteren Freien Prälatur, Dr. Robert Weimann. Daneben liegt auch der sehr verehrte Tützer Propst Paul Gramse begraben. Dann war es Zeit für die örtliche Sonntagsmesse in der schönen Tützer Kirche. Nachher stärkten wir uns im Tützer Schloss. Das Schloss hat eine lange deutsche Tradition mit der Adelsfamilie von Wedel, die dort seit dem Jahre 1338 siedelte. Bei jeder Gelegenheit fahren Besucher aus der Prälatur auch zum Friedhof von Knakendorf. Dort sind die Gräber vom Propst Erich Steinke sowie ein Massengrab von elf erschossenen Männern aus Knakendorf. Kurz nach dem Einmarsch der Russen sollten die verbliebenen Männer zu einem Arbeitseinsatz in der Nachbarschaft marschieren. Einige wurden dort freigelassen. Auf dem Weg nach Hause wurden diese zwölf Personen auf einem Feld erschossen. Man fand sie erst nach Tagen. Heute ruhen sie auf dem Knakendorfer Friedhof. Die Gräber werden von einer Polin unentgeltlich gepflegt. Wir sprachen der lieben Frau unseren Dank aus. Über Deutsch Krone / Walcz fuhr unser Bus nach Freudenfier. Leider war die St. Jakobus-Kirche geschlossen. Aber wir konnten das idyllische Außengelände u. a. mit dem Gedenkstein der Freunde Freudenfiers mit polnischer und deutscher Beschriftung erkunden.  Anschließend gab es noch eine Überraschung. Der Bus fuhr uns nach Sagemühl zu einem Erholungsheim an

  • Kategorie: Allgemein

    Nachdem die letzten Wochen trüb und feucht waren, traf man sich zum Herbsttreffen der Deutsch Kroner und der Schneidemühler in Düsseldorf, Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, Raum 412 am Sonnabend, 12. Oktober 2019, bei warmem Sonnenschein. Da sich niemand abgemeldet hatte, konnten wir mit einer etwas größeren Beteiligung rechnen. Die Erwartung wurde nicht enttäuscht, denn am Ende waren wir 13 tapfere Teilnehmer. Beinahe wäre es noch eine Person mehr gewesen, wenn sie nicht auf den Unwägbarkeiten der Deutschen Bundesbahn gestrandet wäre. Der Tag begann wie immer mit Kaffeetrinken und gespendetem Kuchen am geschmückten Tisch. Dabei entwickelten sich angeregte Unterhaltungen vor allem mit Themen der Heimat, der Vorfahren und wie es einmal war. Bei der offiziellen Begrüßung gedachten wir der im letzten Halbjahr verstorbenen Frau Regina Manthey. Sie verstarb am 20.09.2019 in Witten-Annen. Aktuelle Informationen boten die Auslagen verschiedener Ausgaben der beiden Heimatbriefe sowie des Johannesboten. Zum Abschluss sahen wir Fotos der letzten Fahrt in die alte Heimat des Heimatwerks Fulda vom 5.-11.09.2019. Es war eine schöne und interessante Fahrt an die alten Ziele in Schneidemühl, Schrotz, Tütz, Knakendorf sowie nach Schwerin a. d. Warthe, Rokitten und Kloster Paradies. Unerwartet hielt der Bus nicht in Deutsch Krone sondern er fuhr etwas weiter nach Freudenfier und Sagemühl. An beide Orte hatten die Teilnehmer besonders gute Erinnerungen aus früheren Reisen. Die nächsten Heimattreffen der Deutsch Kroner und der Schneidemühler sind wie immer im Gerhart-Hauptmann-Haus-Düsseldorf, Bismarckstraße 90, im Raum 412, und zwar zum             Frühjahrstreffen am Sonnabend, 28. März 2020, und zum             Herbsttreffen am       Sonnabend, 17. Oktober 2020 zur üblichen Zeit um 14:00 Uhr. Einlass ist jeweils ab 12:30 Uhr. Wie immer sind Gäste und Freunde herzlich eingeladen. Der Fahrstuhl ist wieder betriebsbereit. Da der Johannesbote des Heimatwerks Fulda und der Deutsch Kroner Heimatbrief ihr Erscheinen Ende 2019 einstellen werden, wurde besonders auf den weiterhin erscheinenden Schneidemühler Heimatbrief hingewiesen. Er kann gegen eine Jahres-Gebühr von € 25,– bei Frau Rosemarie Pohl, Hebbelstr. 2, 49716 Meppen, email: rosipohl@36@gmail.com bestellt werden. Das Heimatwerk Fulda plant für die kommenden Jahre den Versand eines kleinen Rundbriefs. Letztendlich will auch die Paten-Gemeinde der Deutsch Kroner die Internet-Seite unter http://www.heimatkreis-deutsch-krone.de aktualisieren. Besonders interessant könnte es für Manchen aus Stadt oder Kreis Deutsch Krone sein, an der vom 17.-20.04.2020 geplanten Partnerschaftsfahrt der Gemeinde Bad Essen nach Walcz / Deutsch Krone teilzunehmen. Meldung bitte an: Gottlieb-Reisen, Goldene Horn-Straße 45, 49152 Bad Essen-Wimmer, email: info@gottlieb-reisen.de. Ulrich FriskeAsternweg 2240468 Düsseldorffrüher SchrotzTelefon: 0211 / 411804eMail: ulrich.friske@mail.isis.de

  • Kategorie: Aktuelles

    Termine für die Treffen im Jahre 2020 Die Treffen finden statt im Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf, (ca. 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt) statt. Das Treffen ist im Saal 412. Ein Fahrstuhl steht zur Verfügung. Einlass ist ab 12:30 Uhr. Freunde und Interessenten sind herzlich eingeladen. Das Frühjahrstreffen der Deutsch Kroner und der Schneidemühler Heimatgruppe findet am Sonnabend, 28. März 2020, ab 14:00 Uhr statt. Das Herbsttreffen der Deutsch Kroner und der Schneidemühler Heimatgruppe findet am Sonnabend, 17. Oktober 2020, ab 14:00 Uhr statt. Als Ansprechpartner steht zur Verfügung: Ulrich Friske, Asternweg 22, 40468 Düsseldorf, früher: Schrotz, Telefon: T.: 0211-411804, mailto:ulrich.friske@mail.isis.de

  • von Manfred Falkenberg, Mozartstraße 13, 72119 Ammerbuch, mpfalkenberg@gmx.de Auch außerhalb von Freudenfier führten drei Brücken über die Pilow. Es waren dies zwei Brücken bei der Hoppenmühle und eine beim Abbau von Johannes Lesnik am Klawittersdorfer Weg Die Pilowbrücken in Hoppenmühl Zwischen Freudenfier und Rederitz lag auf der westlichen Seite der aus dem Großen Pielburger See kommenden Pilow die Hoppenmühle. Die Mühle ist ungefähr vier Kilometer von Freudenfier entfernt. Auf der Chaussee von Freudenfier nach Rederitz zweigte eine kleine Straße links ab. Die Hoppenmühle wurde nach der Gründung von Urfreudenfier im Jahre 1590 von den beiden Schulzen Gregor und Johann Horn erbaut. Nach ihnen wurde sie „Hornmühle“ genannt. Es war eine Mahl- und Schneidemühle mit einem Freigut. Im Jahre 1683 wurde die Mühle mit dem Freigut für 166 polnische Gulden an Johann Hoppe und seine Ehefrau Anna Maria geb. Peressin verkauf. Nach diesem Johann Hoppe wurde die Mühle künftig „Hoppenmühl“ genannt. Die Hoppenmühle hat dann oft den Besitzer gewechselt. Daran war das Freigut mit seinen sandigen Böden schuld. Man holte kaum so viel heraus, wie man hineinsteckte. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Freigut von der Hoppenmühle abgezweigt. Die Mühle in Hoppenmühl bei Freudenfier mit der Pilowbrückein Blickrichtung zur Chaussee Freudenfier-Rederitz um das Jahr 1935.Vor der Hoppenmühle ist das Turbinenhaus zu sehen. Im Jahre 1928 pachtete Erich Abraham aus Tempelburg die Hoppenmühle und kaufte sie später auch. Diese wurde im Jahre 1932 an seinen Neffen Kurt Abraham verkauft. Pächter der Hoppenmühle waren ab 1936 Max Wilde und dann bis 1945 ein Herr Bethke. Das Wasser der Pilow wurde in einen Teich geleitet und das aufgestaute Wasser erzeugte dann im Turbinenhaus elektrischen Strom. Mit diesen Strom wurde dann die Mühle angetrieben. Anfang der 1930ger-Jahre wurde die Schneidemühle aufgegeben. Bei der Hoppenmühle ging eine Holzbrücke über die Pilow in Richtung zur Chaussee Freudenfier-Rederitz. Eine zweite Holzbrücke über dem aufgestauten Pilowwasser brachte eine Verbindung nach Stabitz. Die Brücken in Hoppenmühl waren am Ende des Krieges nur von geringer Bedeutung. Sie wurden dennoch von deutschen Pionieren zur Sprengung vorbereitet. Dann am 2. Februar 1945 zündete der Vorposten der 3. Kompanie in Hoppenmühl beim Erscheinen des 11. polnischen Infanterieregiments die Sprengung und zog sich nach Stabitz zurück. Die Mühle in „Hoppenmühl“ und die Gebäude des Freigutes wurden nach 1945 abgebrochen und das Material als Baumaterial abgefahren. Bei meinem Besuch im Juli 1990, ich hatte mit alten Karten von Stabitz aus mir den Weg dorthin gesucht. wurden nur ein Mahlstein und Ziegesteinreste unter nun schon wieder hohen Bäumen von der Hoppemühle gefunden. Die Pilowbrücke beim Abbau von Johannes Lesnik am Klawittersdorfer Weg Als der Bauer Stephan Lesnik (1833-1920) und seine Ehefrau Maria geb. Paß (1847-1904) aus Freudenfier aussiedelte und den Abbau am Klawittersdorfer Weg noch vor der Jahrhundertwende 1900 ausbaute, wurde auch eine Brücke über die Pilow gebaut, denn der Abbau war direkt hinter der Pilow. Es war eine einfache Holzbrücke. Diese Brücke wurde auch von anderen Bauern benutzt, die ihren Abbau in Richtung Klawittersdorf hatten. Auch Bauern die zu ihren Felder in diesem Gebiet in Richtung Klawittersdorf wollten, benutzten die Brücke. Den Abbau über nahm der Sohn Johannes Lesnik (1869-1952), der mit Hedwig Koltermann (1883-1960) verheiratet war. Von 1902 bis 1920 wurden ihnen dort auf dem Abbau 10 Kinder geboren. Da war für diese Kinder die Pilow neben Brücke ein guter Tummelplatz. Pilowbrücke beim Abbau von Johannes Lesnik am Klawittersdorfer Wegin Freudenfier im November 1924. Links stehen die Töchter Maria und AnnaLesnik. Mit seinem Rad steht Herr Weckwerth und sein Bruder da. Am 30. Januar 1945 wurde auch die Holzbrücke beim Abbau Lesnik am Klawittersdorfer Weg von deutschen Pionieren gesprengt. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde im Februar 1945 auch der Abbau von Johannes Lesnik sowie die übrigen Freudenfierer Abbauten und die meisten Gebäude von Klawittersdorf angesteckt. Alles brannte bis auf die Grundmauern nieder. Als der Sohn von Johannes Lesnik, Adalbert Lesnik, im Jahre 1974 zusammen mit Franz Gerth, Anton Buchholz und Albin Robakowski die alte Heimat Freudenfier besuchte, kam man auch zum Abbau Lesnik. Doch Adalbert Lesnik fand vom elterlichen Abbau und der Pilowbrücke außer ein paar Obstbäumen keine Spuren mehr. Die Bäume und Sträucher waren schon groß geworden.

  • von Manfred Falkenberg, Mozartstraße 13, 72119 Ammerbuch, mpfalkenberg@gmx.de Die wichtigste und bekannteste Brücke in Freudenfier war ohne Zweifel die „Weiße Brücke“. Sie ist auf dem Plan von Freudenfier von 1830 schon verzeichnet. Auf dem im Jahre 1882 fertig gestellten Stammbaum der Familie Gramse ist die älteste Ansicht von Freudenfier zu sehen. Hier erkennt man, dass eine Holzbrücke über die Pilow führt. In der Hauptstraße in Freudenfier überquert dort die Pilow ab 1934 die Reichsstraße 1, die von Aachen über Berlin nach Königsberg in Ostpreußen ging. Auch schon vorher war diese Brücke sehr wichtig. Es war eine recht schmale Brücke aus Feldsteinen gebaut im Durchfluss der Pilow aus Holz und mit Holzgeländer. Schon immer führte neben der Brücke in der Pilow eine Furt. Durch diese fuhren die Bauern mit ihren Gespannen auf dem Weg zum Feld. Auch wurden Kühe und Kälber auf dem Weg zur Weide durchgetrieben. Als diese Brücke dann dem steigenden Verkehr nicht mehr gewachsen war, wurde im September 1923 begonnen neben der alten eine neue Brücke zu bauen. Diese Betonbrücke wurde von der Firma Windschild & Langelott aus Berlin erbaut. Im Jahre 1925 war es dann soweit, die neue Brücke über der Pilow, die „Weiße Brücke“, wurde dem Verkehr übergeben. Schon von der Form her war diese „Weiße Brücke“ eine Augenweide und war neben der katholischen Jakobuskirche ein Wahrzeichen von Freudenfier. Danach konnte dann die alte Brücke abgebrochen werden. Ansichtskarte von Freudenfier von 1912 mit der Pilowbrücke in der Hauptstraße. Der Deutsch Kroner Konrad Gramse, im Urlaub aus Berlin dorthin zurück gekehrt, machte in den 1930ger-Jahren mit Freunden einen Ausflug zum Teufelsspring im Rohratal bei Freudenfier. Mit ihren Motorrädern machte man in Freudenfier erst mal Halt. Konrad Gramse schreibt: „In Freudenfier wurde angehalten. Es ist immer wieder schön von der Weißen Brücke dem fließenden Wasser der Pilow zuzuschauen und die Gedanken mit dem Wasser mitgehen zu lassen. … Hier in Freudenfier hat die aus dem Pielburger See im Kreis Neustettin entstammende Pilow bereits 35 Kilometer Laufstrecke hinter sich. Fleißig wie unsere ostdeutschen Menschen arbeitet sie und gibt mehreren Mühlen und Hammerwerken die nötige Antriebskraft, so im Kreise Deutsch Krone in Rederitz, Hoppenmühl, Klawittersdorf und Zechendorf. Jahrein, jahraus fließt das Pilowwasser dem Meere zu, …“ Ansichtskarte Freudenfier „Weiße Brücke“ über der Pilow vom Eigenverlag Ernst Weidemann, Gasthof „Deutsches Haus“ von 1925 Ansichtskarte von Freudenfier mit der „Weißen“ Brücke im Jahre 1925. Schon lange bevor es die „Weißen Brücke“ gab, lief mal ein einsamer Zecher zu später Nachtzeit in Richtung Pilowbrücke. Er kam aus dem Krug und hatte tüchtig getankt. Doch statt auf der Brücke die Pilow zu überqueren, kam er von der Fahrbahn ab und stolperte den Abhang herunter der Pilow zu. In der Dunkelheit rutschte er sogar in die eiskalte Pilow. So stand er bis über den Knien im eiskalten Pilowwasser und kam nicht mehr vor und zurück. Alles Rufen half nichts, man hörte ihn nicht. So blieb er bis zum frühen Morgen in der Pilow stehen. Von Zeit zu Zeit nahm er aus seiner Schnapsflasche, die er in seiner Joppentasche gut verwahrt hatte, einen kräftigen Schluck zum Aufwärmen. Erst in den Morgenstunden wurde er von Anwohnern entdeckt und aus der Pilow geholt. Natürlich wurde an der „Weißen Brücke“ in der warmen Jahreszeit auch gebadet. Viele der Anlieger an der Pilow legten dort auch ihre Nachtangeln aus, um Lachse, Forellen, Hechte, Quappen und Aale zu fangen. Diese „Weiße Brücke“ war auch sehr wichtig, als zu Beginn der Flucht am 27. Januar 1945, aber auch schon Wochen vorher, sich die Flüchtlingsströme in Richtung Westen bewegten. Am 30. Januar 1945 kamen dann deutsche Pioniere nach Freudenfier und sprengten auch die „Weiße Brücke“. Von den Polen wurde neben den Trümmern behelfsmäßig eine Holzbrücke erbaut. Danach wurde eine neue Pilowbrücke aus Beton erbaut. Diese Brücke diente bis zum Jahre 2009 dem immer stärker werdenden Verkehr auf der polnischen Straße Nr. 22, die von Küstrin über Landsberg, Deutsch Krone, Freudenfier und Jastrow nach Danzig führt. Im Jahre 2009 wurde mit dem Bau einer neuen Brücke in Freudenfier (Szwecja) begonnen. Die alte Brücke konnte in dieser Bauzeit nur mit einer Ampelschaltung überquert werden. Im Jahre 2010 wurde diese Brücke dem Verkehr übergeben. Es ist eine schöne Brücke geworden, dies konnten Heimatfreunde bestätigen, die ihre alte Heimat besuchten. Wenn auch die „Weiße Brücke“ nun schon 70 Jahre nicht mehr steht, ist sie für uns Freudenfierer noch immer unsere „Weiße Brücke“ und war ein Wahrzeichen von Freudenfier. Die neue Brücke in Freudenfier (Szwecja) in der Hauptstraße (ul. Glowna)über der Pilow (Pilawa) 2011. Aufnahme: Gottfried Koltermann, Overrath.